Beregnungsverband Vorderpfalz
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Sommer 2017: Ist das noch normal?

Hitze, Frost, Starkregen, unterspülte Bahnstrecken, Klagen aus der Landwirtschaft: Der Sommer ist in diesem Jahr in aller Munde. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt eine Warnmeldung vor Unwettern nach der anderen heraus. Übertrieben? Oder ist das noch normal?

Eine Katastrophe gab es in diesem Jahr nicht (obwohl sich fast auf den Tag genau das Starkregenereignis von 2016 im gleichen Gebiet wiederholte) jedoch haben die Landwirte zu kämpfen: Die Frostnächte im April haben den Erdbeeren, Kirschen und Kartoffeln stark zugesetzt. Die darauffolgenden hohen Temperaturen ließen den Winterweizen zu schnell reifen – hier sind eher kleinere Körner und ein mäßiger Ertrag zu erwarten. „Die Agrarwirtschaft wird sich vor allem auf Änderungen der Sommer- und Winterniederschläge einstellen müssen, d.h. längere Trockenperioden und darauffolgender starker Niederschlag, der viel Wasser bringt“, prognostiziert Wolfgang Renner, Verbandsvorsteher des Wasser- und Bodenverbandes zur Beregnung der Vorderpfalz. Im Umkehrschluss nehmen Wetterperioden, die für uns „normal“ sind in ihrer Häufigkeit langsam ab und extreme Wettersituationen zu. „Die Jahre mit hohen und solche mit wenigen Schäden halten sich momentan die Waage, allerdings werden die Abstände immer kürzer“ stellt Renner fest.

In dieser Sicht passt es, dass der Bundestag im Juni ein Gesetz zur Modernisierung des DWD erließ und der Behörde den Auftrag gab, sich um die meteorologische Sicherung aller wichtiger Infrastrukturen in Deutschland zu kümmern und den Klimawandel und seine Folgen näher zu erforschen. Amtliche Unwetterwarnungen soll es zukünftig nicht nur bei einer Gefährdung der Sicherheit der Menschen durch Sturm oder Hitze geben, sondern auch wenn Wetterereignisse potenziell hohe Schäden anrichten können.